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Am 25. November 2025 beginnen in Jenbach die Orange Days, die bis zum 10. Dezember 2025 dauern. Diese internationalen Aktionstage machen aufmerksam auf Gewalt gegen Frauen und Mädchen – ein Thema, dem wir uns als Marktgemeinde Jenbach mit voller Verantwortung stellen.
An diesem Tag zeigt ORF 2 den Film „(K)einen Ton sagen“, der vier Missbrauchsfälle in Nord- und Südtirol beleuchtet. Einer dieser Fälle betrifft die schweren Missbrauchsvergehen in den 1980er-Jahren in Jenbach, begangen durch den damaligen Pfarrer und Dekan Josef Patscheider.
Die Marktgemeinde Jenbach wurde im Zuge dessen darauf aufmerksam, dass Josef Patscheider nach wie vor im Besitz des Ehrenrings der Marktgemeinde Jenbach ist. Als Bürgermeister ist es meine Pflicht, klar Stellung zu beziehen: Wir müssen diese Vorgänge historisch aufarbeiten, sachlich, professionell und gemeinsam mit Expertinnen und Experten. Dazu haben wir bereits eine Historikerin beauftragt, die diesen Prozess wissenschaftlich begleiten wird.
Orange Days in Jenbach: Hinschauen, Aufarbeiten, Verantwortung übernehmen
Am Ende dieser Aufarbeitung muss – und wird – die Aberkennung des Ehrenrings stehen. Es ist nicht tragbar, dass eine Person, die nachweislich schwere Missbrauchstaten begangen hat, weiterhin eine Ehrung unserer Gemeinde trägt. Die Aberkennung erfolgt zwar posthum, ist aber ein notwendiges und wichtiges Zeichen.
Im nächsten Schritt wird der Film „(K)einen Ton sagen“ auch im Veranstaltungszentrum Jenbach gezeigt – geplant am 25. März 2026. Diese Vorführung soll ein gemeinsames, respektvolles und offenes Aufarbeiten im Ort ermöglichen. Weitere begleitende Veranstaltungen sind in Vorbereitung und werden im Jänner 2026 bekanntgegeben.
Als Marktgemeinde Jenbach ist es unser höchstes Anliegen, Betroffene schützend und respektvoll zu begleiten. Wir schaffen und bereiten derzeit alle notwendigen Möglichkeiten vor, damit sich Betroffene anonym, sicher und in geschützten Räumen melden können. Zudem unterstützen wir aktiv bei der Vermittlung zu psychotherapeutischer Aufarbeitung, in enger Zusammenarbeit mit der Ombudsstelle sowie mit weiterführenden Therapiemöglichkeiten.
Unser Ziel ist klar:
Betroffene stärken, schützen und nicht alleine lassen – in jedem Schritt dieser Aufarbeitung!
Ich lade die Bevölkerung ein, Mut und Zivilcourage zu zeigen, an den Veranstaltungen teilzunehmen und das Thema nicht zu tabuisieren. Schweigen schützt Täter – Aufklärung schützt unsere zukünftigen Generationen.